Zusammengeschweißt
Ein Erfolgsprojekt für die Zukunft der Berufsausbildung in Uganda
Wie gelingt nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe? Unser Projekt „Zusammengeschweißt“ zeigt, wie praxisnahe Trainings, interkultureller Austausch und innovative Lernmethoden gemeinsam neue Perspektiven schaffen.
Der Ausgangspunkt: Bedarfsorientiert und praxisnah
Uganda ist ein Land mit großem Potenzial – doch gerade im Bereich der beruflichen Bildung fehlen häufig praktische Bezüge, moderne Ausstattung und arbeitsmarktrelevante Inhalte. Bei einer Delegationsreise der Sächsischen Staatskanzlei im Juli 2023 konnten wir vor Ort die Herausforderungen kennenlernen und erste Kooperationsansätze entwickeln.
Das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft (bsw) reagierte mit einem gezielten Vorhaben: Durch praktische Trainings und digitale Lernformate sollten Lehrkräfte im Schweißbereich qualifiziert, Curricula angepasst und neue Impulse für die Berufsbildung gegeben werden – ganz im Sinne einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Entwicklung.
Der Projektverlauf: Starke Partnerschaften – starke Wirkung
Trainings in Hoima
Zwei Schweißtrainings am St. Simon Peter’s Vocational Training Centre in Hoima (Westuganda) bildeten den Auftakt. Anstatt auf große Technik zu setzen, lag der Fokus auf grundlegenden Schweißverfahren, Sicherheit am Arbeitsplatz und direkter Umsetzbarkeit. Besonders innovativ: Ein virtuelles Schweißtraining mit VR-Technik ermöglichte praxisnahes Lernen – unabhängig von der Ausstattung vor Ort.
Weiterbildung in Deutschland
Im Oktober 2024 reisten zehn ugandische Lehrkräfte für eine intensive Weiterbildung nach Sachsen. Zwischen Hoima, Berlin, Dresden und Schwarzenberg erlebten sie nicht nur neue klimatische und kulturelle Eindrücke, sondern vertieften auch ihre Fachkenntnisse in Lichtbogenhand-, WIG- und MAG-Schweißen. Firmenbesuche und praktische Übungen rundeten das Programm ab.
Ein digitales Lernmodul in englischer Sprache ergänzt das Gelernte und steht weiterhin über das bsw-eigene Lernmanagementsystem zur Verfügung.
Unterstützt wurden wir bei der Organisation von unserem Partner vor Ort – Katosi Women Development Trust – offizieller Vertreter der Uganda-Sachsen-Partnerschaft.
Projektziele und Ergebnisse
- Lehrkräfte erhielten fundierte Schulungen auf internationalem Niveau – inkl. virtueller Schweißtechnik und methodisch-didaktischer Aspekte.
- Durch praxisorientierte Inhalte mit Marktbezug wurden gezielt Kompetenzen vermittelt, die in Uganda dringend gebraucht werden.
- Mit dem Einsatz von VR-Schweißsystemen wurde ein zukunftsweisender Impuls für die Berufsbildung gesetzt – ressourcenschonend und realitätsnah.
- Ein umfassendes Curriculum, dauerhafte Plattformzugänge, geschulte Multiplikator:innen und enge Kooperationen legen die Grundlage für langfristige Erfolge.
- Ob Stadttouren in Dresden und Berlin, ein Ausflug auf den Fichtelberg oder der Empfang in der Sächsischen Staatskanzlei – der persönliche Austausch stärkt gegenseitiges Verständnis und baut Brücken für zukünftige Projekte.
Trotz Herausforderungen wie begrenzter Ausstattung und Ressourcen vor Ort ist eines deutlich geworden: Die Lernmotivation, das Engagement und das Vertrauen der ugandischen Partner sind beeindruckend. Die Zusammenarbeit mit dem St. Simon Peter’s Vocational Institute, dem Katosi Women Development Trust, dem ENS e.V. sowie engagierten Akteur:innen in Sachsen zeigt, wie Entwicklungszusammenarbeit auf Augenhöhe gelingen kann.
Wir sind stolz auf das Erreichte – und auf das, was daraus wachsen wird. Weitere gemeinsame Projekte sind bereits in Planung. Denn echte Partnerschaften schweißen zusammen.
Finanziert durch Landesmittel des Freistaates Sachsen über die Sächsische Staatskanzlei.
